Manchmal zeigen uns die kleinsten Dinge, was Dankbarkeit wirklich bedeutet
Ich sitze an einem Projekt, das mir einfach keinen Spaß macht. Plötzlich klingelt es. Ein Paket kommt an. Ein großes. Ich öffne es und was sehe ich da? Es ist mein neuer Bürostuhl, den ich gerade bestellt habe. Ich bin aufgeregt und nehme ihn gleich mit in mein „Office“ – besser gesagt Homeoffice mit Schlafkoje.
Erst bin ich skeptisch, denn ich habe ihn auf einem chinesischen Portal bestellt (wir machen jetzt erstmal keine Schleichwerbung *grins). Ich denke nur so: „Hoffentlich ist er stabil.“ Beim Aufbauen merke ich, dass er stabil ist, und was noch besser ist – man kann die Lehnen hochklappen. Ich kann also auch im Schneidersitz drauf sitzen, yeah! Mit meiner Hüftdysplasie muss ich das auch ab und zu.
Der Plan ist es aber tatsächlich, irgendwann so einen Ground-Tisch mit PC zu haben. Quasi einen PC auf dem Boden. Warum? Weil man auf dem Boden lebend viel aktiver ist. Aber das ist nochmal Stoff für einen eigenen Beitrag. Auf jeden Fall freue ich mich wie ein kleines Kind. Ich nerve meine Kids direkt, als wir uns wieder bereit machen, um „Türkisch für Anfänger“ zu schauen.
Meine erste Begegnung mit dem Erkennen der Fülle
Ich habe eine Freundin, die jetzt in Mexiko lebt. Citas. Als ich sie kennengelernt habe, dachte ich nur so in meinem Coolio-HipHop-Film: „Sch***, wie ist die denn drauf?“
Sie hat ständig über Gott geredet und wie cool er doch ist und wie dankbar sie ist, so gesegnet zu sein. Sie hat nie etwas in Frage gestellt und hatte immer dieses Leuchten in den Augen. Alle Jungs aus meiner Crew damals haben auf sie gestanden. Nicht nur die. Sie hatte die Ausstrahlung von einer kleinen, jungfräulichen Göttin, voller Liebe im Herzen, die bereit war, alle zu missionieren.
Ich hatte irgendwie einen anderen Zugang zu Gott. Mystisch, verschlossen im Verborgenen – eine stille Spiritualität, die sich nicht nach außen zeigte, sondern im Inneren brannte. Trotzdem haben wir uns sehr gut verstanden. Wir haben sogar irgendwann zusammen gebetet, kurz bevor sie komplett nach Mexiko gezogen ist. Es war schön. Ich durfte für ihre Hochzeitskarten auch ein Siegel erstellen (Das kann ich ganz gut. Ist bestimmt noch ein Überbleibsel aus einem früheren Leben *grins). Wir haben Extra Goldstifte gekauft. Es hat mir einfach total Spaß gemacht.

Durch sie habe ich eigentlich das erste Mal gesehen, dass die innere Fülle auch im Äußeren sichtbar sein kann. Sie war so liebenswert und unschuldig. Ich will jetzt nicht jeden missionieren, sondern einfach nur damit zeigen, dass die wahre Spiritualität zu deinem Gott sowieso in dir steckt und aktiviert werden kann, indem du für die kleinen Dinge von Herzen dankbar bist.
Es geht nicht um toxic positivity
Es geht wirklich nicht darum, die Dinge, die einen belasten, „schön zu reden“. Es geht darum, dem Gehirn die richtigen Signale zu geben, egal in welcher Situation man sich befindet.
Trauer ist ein Teil unseres Wesens, Wut auch. Alles ist aber auch Energie und Frequenz, auf die wir Einfluss haben. Unterdrückung bringt hier also nichts, mit der Energie arbeiten schon.
Es bedeutet nicht zu sagen „Alles ist gut“, wenn dein Herz gebrochen ist. Es bedeutet, trotz des Schmerzes auch das Dach über deinem Kopf zu sehen, die Luft in deinen Lungen, die Menschen, die bleiben.
Es geht mir auch nicht darum, das nächste Movement zu schaffen, wo alle nur noch gut drauf sind, einen auf Ego machen, ihre Familien verlassen, weil sie sich selbst finden müssen.
Die Sehnsucht nach der Rizestadt – ein universeller Menschheitstraum
Es muss doch aber irgendwie möglich sein, als Zivilisation mit Familien eine Kultur der Dankbarkeit zu schaffen, so wie sie in allen heiligen Büchern eigentlich gepriesen wird.
In Nahost ist es die „Rizestadt“ – Rize heißt Dankbarkeit. Ein Ort, wo alle in Frieden und Dankbarkeit miteinander leben.
Und diese Vision? Sie existiert überall:
- Im Judentum gibt es das Konzept von „Tikkun Olam“ – die Heilung/Reparatur der Welt – und die Vision des messianischen Zeitalters, in dem Frieden und Gerechtigkeit herrschen.
- Im Christentum findet sich die Vorstellung vom „Himmelreich auf Erden“ oder dem „Neuen Jerusalem“ – ein Zustand vollkommenen Friedens und göttlicher Gegenwart.
- Im Buddhismus beschreibt „Shambhala“ eine legendäre Stadt des Friedens und der Erleuchtung, wo alle Bewohner spirituell entwickelt sind.
- Im Hinduismus gibt es „Satya Yuga“ – das goldene Zeitalter, in dem Tugend, Weisheit und Harmonie vorherrschen.
- In der indigenen nordamerikanischen Kultur sprechen die Irokesen vom „Great Law of Peace“, einer Vision harmonischen Zusammenlebens aller Völker.
- In der westlichen Philosophie hat Thomas Morus‘ „Utopia“ (1516) diese Sehnsucht nach einer idealen Gesellschaft literarisch verarbeitet.
Alle träumen also von dieser „Utopie“. Wie wunderbar – ich eben auch und das ändert sich nicht, nur weil irgendwelche Machthaber anderer Meinung sind. Charakter hat man oder eben nicht.
Die wahre Fülle liegt in dir selbst
Ich muss zugeben, dass ich momentan sehr viele YouTube-Videos schaue, in denen es darum geht, dass die innere Fülle zuerst erreicht werden muss, um auch mehr äußere Fülle zu erreichen. Das zentrale Nervensystem spielt hier auch eine große Rolle. Wenn du ständig in einem Umfeld bist, wo dieses getriggert wird und negativ gereizt, ist es noch schwerer in diesen Zustand der Fülle und Dankbarkeit zu kommen. Hier gibt es aber auch Methoden die helfen können, besser damit umzugehen und das Nervensystem besser zu regulieren wie beispielsweise spazieren, Musik machen, Musik hören und sich auch einfach mal aus dem Alltagsleben rauszunehmen. Man muss nicht immer bis ans Limit gehen, denn der Preis ist sehr hoch, meistens kostet er unserer Gesundheit.
Ich setze mich jetzt seit ca. zwei Jahren aktiv mit diesem Thema auseinander. Wie soll es auch anders sein – habe ich hierzu auch einen Leitfaden erstellt. Einen Kompass mit erprobten Methoden. Wenn ich das nicht gemacht hätte bisher, wäre ich schon längst ausgewandert ohne Kinder oder hätte sie nach Sibirien geschickt *grins.
Die Fülle im Inneren wird zur äußeren
…jedes Mal, wenn ich mich dabei erwische, dass ich mich über etwas aufrege, reflektiere ich beispielsweise direkt: Warum triggert mich das?
…jedes Mal, wenn ich esse, danke ich meinem Gott im Stillen für das Essen. Zum Tischgebet hat es leider nicht gereicht mit einem Atheisten als Vater meiner Kinder.
Ich freue mich über kleine Dinge, wie beispielsweise die Gesundheit und Vitalität, die mir jeden Tag zuteilwird.
Ich freue mich, wenn ich ein schönes Kissen gefunden habe, mit dem ich richtig gut schlafen kann, oder einen Bürostuhl, auf dem ich im Schneidersitz sitzen kann.
Ich freue mich, wenn ich Menschen begegne, die nett zu mir sind und eine Weisheit mitgegeben haben.
Seit ich das aktiv praktiziere, hat sich mein Bewusstsein total geändert, und es fühlt sich gut an.
Verdammt, ich freue mich aber auch über jeden Tag Frieden auf dieser Welt, wenn ich mir den jetzigen Zustand der Weltpolitik anschaue. („Wenn der Vorhang fällt, schau hinter die Kulissen, die Bösen machen auf gut, die Guten sind gerissen“…)
Warum eine zwanghafte, kollektive Bewegung hier auch in die Hose gehen könnte
Immer wenn etwas zu Zwang wird, kann es eigentlich auch in die Hose gehen. Das haben uns alle Weltreligionen und auch Sekten vorgelebt. In dem Moment, wo etwas Muss wird, wird es zum Dogma und verliert seinen Glanz und seine Glorie.
Aber wir Menschen lieben einfach Dogmen im Kollektiv. Sie verbinden uns und machen uns zum Rudel. Das ist einfach Programm. Genetisches Programm. Ich glaube, das wird sich auch niemals ändern – oder vielleicht doch. Ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben. Also die Hoffnung nicht aufgegeben, dass wir in mehr Frieden miteinander leben können und trotzdem wir selbst sein können mit unseren Wurzeln, unseren Prinzipien unserer Kultur. Ein Ort des Friedens ist kein Ort der Uniformität, sondern ein Ort der Begegnung an dem man zumindest gemeinsame Ethische Grundpfeiler hat.
Mein Weg: Dankbarkeit als freie Wahl, nicht als Pflicht
Für mich ist Dankbarkeit keine Regel, die ich mir aufzwinge. Sie ist eine Entscheidung, die ich jeden Tag neu treffe – manchmal gelingt sie mir besser, manchmal schlechter. Und das ist okay.
Ich feiere meinen Bürostuhl, weil ich es kann, nicht weil ich muss. Ich danke für das Essen, weil es sich richtig anfühlt, nicht weil es ein Gesetz ist. Und wenn ich mal einen Tag habe, an dem nichts dankbar macht? Dann ist auch das Teil des Weges.
Na dann, wenn wir schon Dogmen brauchen als Kollektiv – dann aber bitte solche, die uns zur wahren Fülle führen. Im Inneren so im Äußeren. Chapeau.
Bereit für den Weg zu deiner persönlichen Utopia? Trag dich in meinen kostenlosen Dankbarkeits-Newsletter ein und erhalte erprobte Methoden und Inspirationen direkt in dein Postfach.
[Hier eintragen →] Newsletter
Wenn Du meine Arbeit gerne unterstützen möchtest, kannst Du das gerne hier 🙂
