Der Schlachtruf meiner wilden Weiblichkeit
Wenn ich zurückblicke… habe ich nie irgendwo reingepasst. Nicht als Kind, nicht als B-Girl, nicht als Musikerin, nicht als Mutter.
Es gibt Momente im Leben, in denen ein einziges Lied alles verändert. In denen Melodie und Text wie ein Schlüssel funktionieren – ein Schlüssel zu Teilen von uns selbst, die wir vielleicht längst vergessen haben oder nie richtig kennengelernt haben.
Für mich war einer dieser Momente, als ich das Lied von Wyndreth Berginsdottir hörte. Es war wie ein subtiler Weckruf. Ein Erwachen.
Die Tochter, die sich keine türkische Familie wünschte
Ich war eigentlich immer genau die Tochter gewesen, die sich keine türkische Familie wünschte. Den ganzen Tag draußen, nur mit Jungs Fußball gespielt, nicht heimgekommen, wenn ich sollte. Bis nachts Verstecken gespielt. Dieses Verhalten hat sich dann nochmal in meiner Pubertät verschärft. Abgehauen, weggeblieben auf Jungle Parties, das ganze Wochenende rumgesprungen.
Ich kann voller Selbstbewusstsein sagen, dass ich meine Eltern einmal in die Hölle und zurückgeschickt habe. Bereue ich es? Eigentlich nicht. Ich glaube, wir sind alle dadurch ein wenig weiser geworden.
Ich glaube nicht, dass wir Antworten so einfach bekommen über uns selbst, wenn wir doch so komplexe Wesen sind auf diesem Planeten. Wir haben nämlich nicht nur dieses Leben in unseren Genen, sondern tragen Erinnerungen aus vielen Leben in uns. Wir haben auch einen Energiekörper, der Erinnerungen speichert. Es ist komplexer, als wir denken.
Ein Schlachtruf an das wilde Kind in mir
Als ich dieses Lied hörte, war es, als hätte ich einen Schlachtruf gehört. Einen Schlachtruf, ich selbst zu sein. Ein Schlachtruf an meine Weiblichkeit. Ein Schlachtruf an das wilde Kind in mir, das wild und voller Liebe mit Sand und Steinen und Blättern gespielt hat.
In meiner Begeisterung habe ich das ganze Gedicht ins Türkische übersetzt und auch selbst performt. Diese Übersetzung ist eine Hommage an dieses wunderschöne Lied – und an einen Teil meiner Identität, mit dem ich lange gehadert habe.
Was wilde Weiblichkeit für mich bedeutet
Wenn ich von wilder Weiblichkeit spreche, dann geht es mir nicht darum, dass wir uns als Frauen alle vereinen müssen und die Männer niederstampfen. Es geht darum, dass man einfach ein besserer Mensch wird, wenn man sich selbst kennt. Jeder Mensch wird besser, wenn er sich selbst kennt und lieben lernt.
Umso besser ich mich selbst kennengelernt habe, umso glücklicher war ich und umso mehr Liebe gebe ich in meinem Umfeld. In dem Moment, wo du dich selbst erkennst und deine Grenzen erkennst, versuchst du sie natürlich auch aufrechtzuerhalten. Die eigenen Grenzen aufrechtzuerhalten ist wichtig, um gesund zu wachsen.
Das ist ein klassisches Problem von vielen Frauen: dass sie nicht ganz klar NEIN sagen können und Grenzen setzen. Es ist einfach meistens tatsächlich in unserer Erziehung implementiert – aber nicht nur in der Erziehung, sondern in der Kultur. In jeder Kultur.
Möchtest du mehr über meine Reise zur wilden Weiblichkeit erfahren? Die vollständige Geschichte mit allen Details, Videos und wie du Teil meines Projekts „100 Frauen, eine Stimme“ werden kannst, findest du in meinem Newsletter auf Substack →
Einmalig spenden
Monatlich spenden
Jährlich spenden
Wähle einen Betrag aus
Oder gib einen individuellen Betrag ein
Vielen Dank für die Unterstützung dabei einer einfachen Mutter zu helfen, die beste Version ihrer selbst zu werden.
So kann ich voller Tatendrang und Liebe mehr Inhalte in Form von Poesie, Musik und Beiträgen erstellen.
Wir wissen deine Spende sehr zu schätzen.
Wir wissen deine Spende sehr zu schätzen.
Unterstütze eine TrobadourUnterstütze eine TrobadourUnterstütze eine Trobadour